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I’m singing in the rain, I’m dancing at the beach!

Autor: Anna | Datum: 10 November 2013, 07:09 | 2 Kommentare

Seit ca. einem Monat verbringe ich nun meine Dienstag-, Donnerstag- und Samstagabende mit Chorproben… In Ntoma gibt es insgesamt drei Chöre, die jeden Sonntag mindestens zwei Lieder im Gottesdienst performen (ja, da könnte sich so manches kleines Dörfchen in Deutschland etwas abschauen ;)).

Das „Performen“ darf bitte wortwörtlich genommen werden! Ob Schulchor, Jugendchor oder Erwachsenenchor: immer wird zu den Liedern getanzt. Ihr könnt Euch gut vorstellen, wie ich mich bei der ersten Probe gefühlt haben muss… (etwa wie ein unbeholfenes Trampeltier, das, so gut es kann, versucht die neuen Tanzschritte möglichst natürlich zu übernehmen ohne „aus der Reihe zu tanzen“)

Ich habe mich dem Jugendchor angeschlossen. Das hat den Vorteil, dass ich andere Jugendliche in meinem Alter und jünger kennenlernen kann und Kontakte ins Dorf bekomme. Das hat Vor- und Nachteile: Einerseits ist es wunderbar, da ich die Kihaya in möglichst unverfälschter Form kennenlernen kann. Andererseits fällt gerade der Einstieg sehr schwer, da ich in eine feste Dorf-/ Chorgemeinschaft hineinkomme, die eigentlich Kihaya spricht und sich der „Mzungu“ gegenüber erst einmal eher skeptisch verhält (wobei es in diesem Punkt natürlich sehr auf die jeweilige Person – wie in Deutschland ja auch – ankommt).

Meine erste Chorprobe war für mich sehr interessant als Beispiel tansanischen Zeitverständnisses: Mir wurde gesagt, ich solle um 16:00 mit dem Pikipiki (Motorrad) im Waisenhaus abgeholt werden. Um 16:45 kam dann Tal, der mich auch schnell und sicher zum Chor brachte. Als wir ankamen, hatte ich bereits fest damit gerechnet viel zu spät mitten in eine laufende Chorprobe hineinzuplatzen. Das war nicht der Fall. Wir waren mit die ersten.

Nach und nach sind dann andere eingetrudelt und wir begannen damit, den Text der beiden neuen Lieder für Sonntag in unsere Hefte zu übertragen (wobei der ursprüngliche Text ganz im Zeichen mündlicher Überlieferung öfters korrigiert wird). Zu Beginn war das eine kleine Herausforderung für mich: irgendwie musste ich die Handschriften in ein richtiges Kiswahili deuten, dann übertragen und dann möglichst schnell beim Singen verfolgen… es hilft mir aber sehr beim Lernen, dass ich jede Woche zwei neue Lieder mit neuen Vokabeln auswendig lerne!

Ein weiterer toller Vorteil des Jugendchores: Er findet eigentlich jede Woche in einem anderen Haus im Dorf statt (und Ntoma ist durch all die Mais-, Bohnenpflanzen und Bananenstauden sehr lang gestreckt!) – am Dienstag ist das immer interessant, auf welche Weise ich letztendlich zum richtigen neuen Haus finde (die Tansanier sind aber sehr hilfsbereit und gehen auch schon einmal 30 Minuten mit der verwirrten Weißen zum neuen Probenort). Aber ich lerne das Dorf, dessen Bewohner und die Umgebung immer besser kennen. Außerdem sehe ich so wunderschöne Orte! Ich versuche Fotos hochzuladen – auch wenn die die Schönheit der Umgebung nur bedingt wiedergeben können ;)

Das Singen und die Musik haben zentrale Bedeutung (soweit ich das jetzt schon beurteilen kann) im Alltag der Tansanier. Gestern war ich mit Rebecca, Alex und ca. der Hälfte der Schüler der benachbarten Schule (also ungefähr 50-60) am Ntomabeach. Die beiden Schwedinnen haben in ihrer Heimat ein wenig gesammelt, um den Schülern einen schönen Tag außerhalb der Schule zu ermöglichen. So wurde sogar eine Anlage mitgebracht.

Damit in Deutschland unbeschwert getanzt wird, braucht es ein gewisses Maß Alkohol. Hier reicht die Musik. Und ich habe noch nie so viele Leute so gut tanzen gesehen! Die hätten jede Disko in Deutschland aufgemischt ;) und dann diese wunderschöne Umgebung, das Schwimmen im Wasser – einfach traumhaft!

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