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Krismasi!!

Autor: Anna | Datum: 03 Januar 2014, 10:17 | 2 Kommentare

Ich hoffe, ihr hattet alle wunderschöne Weihnachten!

Auch hier möchte ich mich noch einmal für all die Grüße bedanken und mich mit diesem Eintrag revengieren :)

Denn Weihnachtsstress lässt sich nicht nur im Konsumrausch in Deutschland antreffen...

Womit fing alles an?

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde...

Nein, soweit möchte ich jetzt nicht zurück gehen ;)

Mein "Weihnachtsstress" fing wohl mit der Idee an, dass ich doch für alle Plätzchen backen könnte - schließlich sind Öfen selten und (gute!) Plätzchen noch seltener.

Die Idee war super, was ich nur nicht bedacht hatte: wollte ich nur welche an meine Kollegen, Chormitstreiter und Freunde verteilen, wäre ich schon bei 50 Tütchen! Da weniger als 10 Kekse die Tüte sehr mickrig wirken, heißt das... 500 Plätzchen + Plätzchen für mich und Weihnachtsbesuch in einem nur von oben heizenden Ofen mit einem Blech und einem Rost backen. Dazu die Herausforderung während des Backens gleichzeitig zu putzen und abzuwaschen, da Mehlstaub keine 5 Minuten von meinen kleinen krabbelnden Freunden, den Ameischen, unentdeckt bleibt.

Richtig spannend wurde die Aktion durch den gleichzeitigen Besuch der Nachbarskinder und einer Freundin, die nebenan arbeitet, um später weiter zur Schule gehen zu können... dadurch wurden noch während der Produktion erste Bleche wieder verdrückt... :D

Es war sehr anstrengend, aber trotz allem spaßig - die fehlenden Plätzchen konnte ich super durch HARIBO-Beigabe (ja, meine lieben Mitfreiwilligen, ich bin im Besitz von HARIBO!) ersetzten, da ich ein riiiiiesiges Paket mit Unmengen von Süßkram bekommen habe (DANKE an Claudia und Thomas :D).

Alle haben sich sehr gefreut (v.a. die Kinder - so sehr ich auch, die Rolle des "weißen Wohltäters" hasse - die Freude in den Gesichtern der jüngeren Chorkinder war es wert!!!) - und haben auch gleich etwas in "deutscher Esskultur" gelernt :P

Neben dieser Aktion wurde mein Stress durch den Ehrgeiz verursacht, das ganze Haus einem Weihnachtsputz zu unterziehen. Dank meiner hervorragenden Zeitplanung ist diese Grundreinigung dann auf die 3h Mittagspause am 24. gefallen - außer die Fenster: die habe ich schon vorher (auch von außen) geputzt. Auf wackeligem Stuhl balancierend mit Wasser und Lappen in Gemeinschaft (oder Begutachtung :D) meiner Nachbarn hatte ich das Unmögliche geschafft: Durchblick!!

Um mein organisatorisches Talent zu verteidigen: hier etwas richtig gut zu planen erscheint mir zeitweise als unmöglich. So waren gewisse Adventskaffeebesuche wirklich nicht vorher zu sehen. Oder die täglichen Chorproben, von denen ich auch immer erst am betreffenden Tag (oder Vortag) erfahren habe.

Heiligabend selbst begann auch sehr besinnlich: bis 18:00 Arbeit, um 20:00 Gottesdienst. Dazwischen: Essen vorbereiten, letzte Putzsachen wegräumen, umziehen, hübsch machen und meinen letzten Einfall in die Tat umsetzen: Im Gottesdienst mit der Gitarre ein Lied singen. Problem hierbei war, dass die Gitarre nur über die Hälfte der Saiten verfügte. Neue kamen mit dem Päckchen meiner Eltern zu Weihnachten - und das wollte ich natürlich erst kuuurz vorher ohne zu genau hinzusehen öffnen.

Ergebnis: in der Hektik hatte ich keine Zeit mehr, die neuen Saiten zu stimmen - das verschob ich auf die kurze Zeit vor Beginn des Gottesdienstes in der Kirche. Dabei habe ich es dann geschafft, die D-Saite zu reißen, weshalb ich die die oberen 2 tiefen auch nicht mehr nach Gehör stimmen konnte. Das Ende vom Lied (ach, schönes Wortspiel ^^): Ich habe mit 3 Saiten mein Worshiplied vorgetragen.

Schlimm war das aber nicht: die Relation zwischen der Anzahl der Gottesdienstbesucher an Heiligabend und 1. Weihnachtstag ist sehr ähnlich der in Deutschland - nur umgekehrt: Es war also (für tansanische Verhältnisse) sehr leer.

Die Kirche wurde für Weihnachten und Neujahr extra sehr schön geschmückt (siehe Bilder) und die meisten Lieder entstammen unserem Gesangbuch. Leider war der Gottesdienst am Heiligabend auf Kihaya, weshalb ich kaum etwas verstanden habe. Umso schöner war es dann aber, den Abend endlich in Frieden bei Kerzenschein meines Adventskranzes, Päckchen, Briefen und Nachrichten ausklingen zu lassen!

Am nächsten Morgen war zunächst Gottesdienst angesagt. Der war dann auch wieder auf Kiswahili: Ich konnte also mitsingen und vieles verstehen - sehr schön!

Vom Chor haben wir zur Feier des Tages das erste mal unsere "Uniform" angezogen und viele Bilder gemacht (die Farbe, war definitiv NICHT meine Idee ;)).

Danach war ich bei einer schwedischen Schwester (Magaret) eingeladen. Sie kann fließend ca. 10 Sprachen (auch akzentfreies Deutsch), Flöte und Klavier spielen (endlich jemand, mit dem ich auch hier die Sonaten herauf und wieder hinunter spielen kann :)) und wohnt im Dorf bei einer Freundin (Jane), die auch einen Kiosk betreibt, der mich mit seinen frischen Mandazi, Bagia (süßes und pikantes frittiertes Hefegebäck), Kuchen und Chappatis (Teichfladen) schon manches Mal vorm Verhungern bewahrt hat.

Zusammen mir meiner Kollegin und Freundin MaLydia (auch Schwester), Jane und den restlichen Hausbewohnern haben wir reichlich gesungen und es uns schmecken lassen.

Danach bin ich zurück zum Waisenhaus, um mit Evelina (auch eine Kollegin und Freundin) mit dem Pikipiki (Motorradtaxi) zum Strand zu fahren. Es war schon ein wenig seltsam Weihnachten im Wasser und am Strand zu verbringen... aber wunderschön!

Am Abend war ich dann bei meiner Nachbarin zum Essen eingeladen - dann passte aber auch wirklich gar nichts mehr hinein! :D

Am 2. Weihnachtstag haben mich meine 4 deutschen Freiwilligenfreunde aus Kemondo besucht: wir haben Pizza gebacken, Kekse, Haribo, Schokopudding und Bananen verdrückt und viiiel geredet. Dann ging es noch zu einer Fledermaushöhle hier in Ntoma.

Sie ist wirklich beeindruckend: Noch nie habe ich so viele Fledermäuse an einem Fleck gesehen (oder in der Dunkelheit nur erahnen können)! Im Anschluss gab es auch ein weniger erfreuliches Erlebnis. Das allererste Mal hat jemand ganz offen versucht uns als Weiße über den Tisch zu ziehen. Abseits der Tourirouten und meist alleine,  bin ich bis dato davon verschont geblieben (außer die üblichen völlig überhöhten Erstgebote bei manchen Marktständen etc.). Doch nun stand ein gut englischsprechender Tansanier vor uns, der uns von der Kostenpflicht dieser Touristenattraktion im Rahmen des Touribüros in Ntoma überzeugen wollte. Als er dann aber von 10.000 Schilling (5€, also 1€ pro Person) zu reden begann, war uns endgültig klar, dass das nicht sein konnte ;)

Solche Erlebnisse macht wohl jeder Weiße auf Reisen in Tansania mal, es lässt sich wohl auch kaum vermeiden, wenn derartige finanzielle Gegensätze aufeinander prallen. Ich kann es auch verstehen, wenn man bedenkt welche horrende Summen Weiße (wie ich ;)) schon allein an Trinkgeld zu zahlen bereit sind! Es brauch nur etwas, um mit seiner neuen Rolle als "Mzungu" (Weißer) zurechtzukommen. Doch es wird von Tag zu Tag leichter ;)

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