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Heimaturlaub?!

Autor: Anna | Datum: 24 März 2014, 11:38 | 1 Kommentare

Jetzt ist es schon fast April und ich habe mich seit Januar nicht mehr gemeldet!! Das tut mir sehr leid, dafür gibt es nun eine Menge zu erzählen und viele Bilder zu zeigen (siehe Fotos)!

Ich bin durch halb Tansania gereist  und habe viel erleben dürfen. Mein Bild von Tansania ist sehr viel differenzierter geworden und so manche Augenblicke werde ich wohl nie wieder vergessen…

Wo fange ich denn nur an?

Es begann am Donnerstag, den 20. Februar in Bukoba. Meine Mitfreiwilligen Eunike und Monique aus Ruanda kamen in Bukoba an. Es war wunderschön nach so langer Zeit wieder Deutsch mit Freunden aus der Heimat zu reden und erste Erfahrungen/Pläne auszutauschen.

Am Freitagmorgen ging es weiter nach Mwanza. Mwanza ist die zweitgrößte Stadt Tansanias (nach Dar es Salaam) und liegt wie Bukoba am Viktoriasee, allerdings im Süden. In Mwanza wurden wir von der Tochter meiner Chefin abgeholt und wir haben auf der Dachterrasse eines Hotels mit Blick über die Stadt und den See traumhaft gegessen.

Am Samstag fuhren wir insgesamt 14,5h weiter nach Moshi. Moshi ist direkt am Fuße des Kilimanjaros gelegen und wunderschön. Die Fahrt war ziemlich anstrengend, aber Dank einer koreanischen Soap/Serie namens „Bridal Mask“, die lautstark auf Kiswahili synchronisiert wurde (also die ursprüngliche Sprache ist weiterhin zu hören, aber der Übersetzer tönt einfach lauter über das Gesprochene), wurde es nie zu langweilig ;)

 

Das spannendste Erlebnis: Man stelle sich eine Savanne vor, wie man sie im Kopf hat, wenn man an „Afrika“ denkt. Durch diese Savanne führt eine einsame Straße, auf der ein Bus für eine Pinkelpause hält. Wir (ganz die höflichen Deutschen im Ausland  :P) warten bis der Gang frei ist, um uns dann einen kleinen Blickschutz für unser Geschäft zu suchen. Auf einmal vernehme ich das Geräusch eines losfahrenden Busses…

…er hat noch angehalten als drei weiße Mädels wild mit beiden Armen in der Luft fuchtelnd hinterherliefen. Nach dieser Aktion waren wir immer mit die ersten draußen bei den Pinkelpausen (okay, bei dieser Fahrt gab es auch nur zwei).

Den Sonntag haben wir in Moshi verbracht. Meine Schulfreundin Charlotte macht dort ihr Volontariat, sodass wir nicht nur eine Bleibe für die Nacht, sondern auch eine super Führung durch die Stadt bekommen haben! Und das Schönste: Wir konnten den Kili sehen!!

Am Montag ging es weiter in die Usambaraberge nach Lushoto, wo unser Zwischenseminar in einem wunderschönen Guesthouse stattfinden sollte. Die Berge waren fast Heimaturlaub für mich: Regenwald mit „richtigen“, großen, grünen Bäumen! Durch das kühle Klima wachsen dort u.a. auch Äpfel und Pflaumen – einfach himmlisch!

Im Guesthouse wurden wir nach Strich und Faden verwöhnt. Ich glaube, ich habe innerhalb der fünf Tage dort mindestens 2 kg zugenommen (wie gut, dass jetzt Fastenzeit ist :D). Endlich sind wir auch auf die anderen VEM-Ostafrika-Freiwilligen gestoßen: Julia, Salome und Svenja.

Es hatte irgendwie etwas von Klassenfahrt, wie wir alle zusammen in einem Zimmer geschlafen und die ganze Zeit gequatscht haben… aber das musste sein :P

Am Samstag sind wir alle zusammen zu Svenja gefahren, die in der Rainbowschool in Irente ganz in der Nähe arbeitet. Wunderbar.

Am Sonntag ging es für Salome, Julia und mich weiter nach Lutindi, Julias Einsatzstelle. Das Mentalhospital liegt im wahrsten Sinne „über den Wolken“. Dort habe ich das erste Mal in meinem Leben eine Sisalmatte geknüpft, Honigwaben ausgesaugt, Teefelder durchwandert, am Kreuze gehangen, usw.

Ich denke, es ist unnötig zu erwähnen, wie toll die Tage dort waren. Einer der Höhepunkte war übrigens Julias warme Dusche :D

Am Donnerstag, den 6. März, sind Salome und ich dann weiter nach Dar es Salaam gefahren. Salomes Einsatzstelle liegt in einem Ort außerhalb, wir konnten uns aber bei der deutschen Pastorin der VEM in Dar einnisten. Ich habe noch nie einen so gastfreundlichen Menschen erlebt (okay, Svenjas Mitbewohnerin, die mich einfach mit sich im Bett hat schlafen lassen, rangiert auf der Liste auch sehr weit oben)! Dank ihr und Salome konnte ich Dar nicht nur als heiß, schmutzig und mit Autos verstopft erleben, sondern auch als Metropole, Zentrum von Industrie und Entwicklung, Treffpunkt von Menschen aus den unterschiedlichsten Hintergründen und wunderschöne Stadt am indischen Ozean. Wahrscheinlich gehen bei kaum einer Stadt die Meinungen so auseinander wie bei Dar es Salaam. Ich habe die Tage dort mit Salome echt genossen. Toll war auch der Besuch bei der englischen Gemeinde dort. Am Samstag habe ich bei der Chorprobe teilgenommen (es wurden Feiert Jesus Lieder gesungen!!!!) und am Sonntag ging es in den Gottesdienst. Lange habe ich keine so gute Predigt mehr gehört! Eine, bei der ich alles verstehen konnte!

Auf so viele wohlhabende, hoch gebildete Tansanier zu treffen, hat mein Bild von Tansania nachhaltig geprägt.

Allein die Unterschiede zwischen dem fruchtbaren Bukoba am Viktoriasee, der trockenen Maasaisteppe, den kühlen Usambarabergen und dem heißen, pulsierenden Dar es Salaam sind riesig. Und all das in einem einzigen Land! Ich stand in Supermärkten und Shoppingmalls, die ihren Geschwistern in Amerika um kein Stückchen nachstanden. Für eine Provinzlerin wie mich (ja, Ntoma scheint wirklich Provinz zu sein) ein enormes Gefühl nach sechs Monaten wieder zwischen emporragenden Wolkenkratzern zu stehen!  Und dabei ist Ntoma noch sehr gut an Bukoba angebunden. Es soll noch Bergdörfer in Tansania geben, in denen es noch kein Geld gibt, sondern alle von ihrer Hände Arbeit und vom Tauschhandel leben. Diese Vielfalt war mir so nie bewusst!

Am Sonntag ging es dann direkt nach dem Gottesdienst in der englischen Gemeinde und dem Buchclub (!) danach mit dem Flieger zurück nach Mwanza (innerhalb von weniger als 2h eine Strecke, für die wir mit dem Bus zwei ganze Tage gebraucht haben!). Abends bin ich dann mit der Fähre zurück nach Bukoba gefahren. Es war fast wie ein Gefühl von Heimat, das verregnete Bukoba im Morgengrauen vom Schiff aus zu beobachten!

Jetzt bin ich wieder zuhause und genieße meine Zeit hier. Am Donnerstag wir Charlotte (aus Moshi) mich besuchen kommen und ab Dienstag nächster Woche, kann ich endlich meine neue Mitbewohnerin Waltraud begrüßen! Ich freue mich schon riesig – ich werde sicher eine Menge von ihr lernen können und langweilig wird es wohl auch kaum werden :D

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